Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Kreuzau-Thum

2025 / Kreuzau Ortsteil Thum

THU Frontansicht 4096 3072 Max Bearbeitet

Thema
Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Kreuzau-Thum

BGF

259 m²

Jahr

Planung seit 2021
Fertigstellung 2025

Ort

52372 Kreuzau, Ortsteil Thum

Leitgedanke und Entwurfsansatz

Das Bestandsgebäude ist im Laufe der Jahre erweitert worden, entspricht jedoch nicht den heutigen Anforderungen an Feuerwehrhäuser gem. der DIN 14092. Im Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Kreuzau aus dem Jahre 2018 ist die Erweiterung bzw. der Umbau des FWGH vorgesehen. Die bestehende Bausubstanz des Feuerwehrgerätehauses Kreuzau-Thum ist durch ein Bauensemble mit Satteldächern geprägt. Der von uns geplante Erweiterungsbau schließt an diesen Bestand mit zwei eingeschossigen Baukörper an und wird von Nord-Westen erschlossen. Die verschieden ausgeprägten Satteldächer der Erweiterung ergänzen die Bestandssituation und schaffen ein neues städtebauliches Gesamtgefüge.

Die neue Fahrzeughalle knüpft räumlich an die Bestandshalle an und fungiert als Verbindungsbau zwischen der bestehenden Bausubstanz und dem neuen Sozialtrakt. Die Halle wird nach DIN 14092 mit der Stellplatzgröße 1 nachgewiesen. Die Halle wird so dimensioniert, dass perspektivisch auch die Stellplatzgröße 3 sichergestellt werden kann. Die Torgröße wird mit einer Durchfahrtshöhe von 4,50 m geplant.

Der Sozialtrakt stellt die aktuell fehlenden Umkleide- und Sanitärflächen sicher. Als zukunftsweisendes Raumkonzept werden nach Abstimmungen mit dem Wehrleiter der Gemeinde Kreuzau eine räumliche Schwarz-Weiß-Trennung geplant. Hierbei wird der Weißbereich als eigenständiger Raum gesichert. Die Dusch- und Waschräume werden als Bypässe zwischen den Umkleiden und dem Weißbereich hergestellt. Die Schwarzbereiche werden als getrennte Einbauten in der neuen Fahrzeughalle, in direkter Zuordnung zu den Umkleiden, integriert. Durch diese räumliche Abfolge sind klare Sicherheits- und Alarmwege sichergestellt.

Die Erweiterung stellt die barrierefreie Erschließung des Sozialtraktes und der Fahrzeughallen sicher. Des Weiteren wurden die Freianlagen und Erschließungsflächen geplant, die durch den Geländeverlauf geprägt sind. Durch die Erweiterung und Anbindung an die umliegenden Flächen wird ebenfalls eine barrierefreie Erschließung für die Festhalle und den Toilettentrakt gewährleistet. Die notwendigen Stellplätze werden auf den Hinterhof (ehemaliger Schulhof) gesichert. Die Kindertagesstätte, die Festhalle und die Feuerwehr bekommen feste Stellplätze gemäß der geforderten Anzahl der Gemeinde Kreuzau. Zusätzlich zu den geforderten Stellplätzen der Feuerwehr wird eingangsnah ein barrierefreier Stellplatz hergestellt.

Der Erweiterungsbau ist in einer klassischen Holzständerbauweise konzipiert. Feuerwachen zählen im Katastrophenfall zur wichtigen Infrastruktur und sind damit nach DIN 4149 der Bedeutungskategorie IV einzuordnen. Für die entsprechenden erhöhten Anforderungen an den Erdbebennachweis wird die neue Fahrzeughalle mit vier Betonecken ausgeführt.

Die Fassaden der beiden Baukörper werden in zwei unterschiedlichen Holzstrukturen geplant. Die Nutzung der Baukörper kann dadurch in der Fassade klar abgelesen werden.

THU Lageplan
THU Ansichten
THU Eg
THU Eg Ohne Freiraum
THU Schnitt
THU Praesentation P009

Nachhaltigkeit und Energie

Das Leitprinzip der Bundesregierung stellt nachhaltige und soziale Verantwortung in den Vordergrund. Architektur und die Bauweise öffentlicher Gebäude sind hervorragend geeignet, um diese Gedanken nach außen zu tragen. Der Wunsch nach einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Konstruktion findet in der Entscheidung für einen Holzbau seine Entsprechung. Eine ortstypische handwerkliche Tradition wird weiterentwickelt und der hohe Baumbestand der Eifel prädestinieren den Holzbau zusätzlich. Der Entscheidung für den Holzbau liegt die Berechnung des Carbon Footprint zugrunde. Diese bezieht sich im Cradle-to-Cradle Ansatz auf den gesamten Lebenszyklus der Herstellung bis zum Rückbau. Hochwertig ökologisch zertifizierte und solide Materialien in einfacher mechanischer und manueller Ausführung gewähren die Nachhaltigkeit und wirken sich damit ebenfalls günstig auf die künftigen Betriebs- und Unterhaltskosten aus.

Die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Thum zeichnet sich dabei durch ein günstiges A/V-Verhältnis mit einer durchgängig hochwertig gedämmten Gebäudehülle aus. Zur fast vollständigen Abdeckung des Strom- und Wärmebedarfs dienen eine hauseigene Photovoltaikanlage sowie eine Wärmepumpen mit Pufferspeichern. Dem Pufferspeicher in der Energiezentrale sind Heizungsverteiler nachgeschaltet, die die Wärmeenergie für die Fußbodenheizung liefern.

Die kompakte Kubatur mit einer effizienten Erschließungs- und Flächenorganisationen, eine daraus resultierende optimierte Fassadenabwicklung und klare konstruktive Trennungen lassen einen Neubau großer Wirtschaftlichkeit erwarten.

Fassade und Konstruktion

Dem Wunsch des Auftraggebers nach einer flexiblen Raumstruktur kommt der gewählte Holzskelettbau im besonderen Maße entgegen. Die Innenwände können im gewählten Raster jederzeit einem geänderten Raumbedarf angepasst werden. Das gewählte Raster der tragenden Holzrahmenbau Elemente greift die Skelettbauweise auf, zieht sich über die gesamte Feuerwache und ist damit entscheidend für eine vorgefertigte und wirtschaftliche Umsetzung der Tragkonstruktion.

Dem Nachhaltigkeitsanspruch wird so mit der expliziten Langlebigkeit, einer zeitlosen, vertrauten, natürlichen und robusten Materialität begegnet. Die Dachfläche der Fahrzeughalle ermöglicht eine flexible Bespielung für solare Gewinne.  

THU Praesentation P011
THU Perspektive Aussen Ohne Personen
THU Perspektive Fahrzeughalle Ohne Personen