2020 / Offener wettbewerb / Schulbau

gemeinsam mit SPS Architekten aus Salzburg

BRG Schloss Wagrain

Das Bundesrealgymnasium Schloss Wagrain erhält im südöstlichen Teil des Grundstücks einen Erweiterungsbau, welcher an das bestehende Ensemble anschließt und dieses ergänzt. Die architektonisch qualitätvolle Verdichtung stärkt die Identität des Ortes als Bildungscampus mit seinen historischen Bezügen.

Städtebau und Konzept

Der Neubau schließt am südöstlichen Stiegenhaus des Zubaus von 2000 an und führt die bestehende Erschließungsachse weiter. Er übernimmt formal die Funktion eines Gelenks – stellt interne Zusammenhänge sicher und generiert gleichzeitig spannungsvolle Außenräume. Die Fortschreibung der zweigeschossigen Pausenhalle verbindet nicht nur alle Gebäudeteile des BRG Schloss Wagrain sondern generiert außerdem Bezüge zu den angrenzenden Bildungseinrichtungen. Die Sportsäle, welche im Bestand als Endpunkt des Gebäudeensembles zu sehen waren, werden durch den Neubau zu einer Einheit zusammen gefasst. Um nicht in Konkurrenz zu dem denkmalgeschützten Schloss Wagrain zu treten schlagen wir einen zweigeschossigen Neubau vor, der in einen angemessenen Dialog treten kann. Als Gegenüber des Zubaus von 2000 knickt das Volumens des Erweiterungsbaus ab und erzeugt dadurch genügend Abstand, sodass die optimale Belichtung der angrenzenden Räume weiterhin gewährleistet ist.

innere organisation

Mittelpunkt des Erweiterungsbaus bildet das zentral gelegene Atrium, welches die Verlängerung der Pausenhalle darstellt und die bestehenden Zu- und Anordnungen logisch verknüpft. Der Erweiterungsbau wird von Osten her erschlossen und bildet die neue repräsentative Adresse der Verwaltung. Er gliedert sich in einen Verwaltungstrakt und in einen Bereich, der den Unterrichtsräumen vorbehalten ist. Die beiden Bereiche verbinden sich über die Pausenhalle, die zum freien lernen und kommunizieren einlädt. Im unteren Gebäudeteil befindet sich über zwei Etagen der moderne Verwaltungstrakt. Das Sekretariat mit den angeschlossenen administrativen Bereichen ist im Erdgeschoss geplant. Des Weiteren sind dort flexibel nutzbare Flächen für das Lehrpersonal vorgesehen. Ein großzügiger Bereich im 1. OG mit angeschlossener Terrasse sorgt für ein zukunftsfähiges arbeiten. Um die Barrierefreiheit gewährleisten zu können kann der Aufzug des Zubaus von 2000 flächeneffizient genutzt werden. Die Unterrichtsräume befinden sich oberhalb der Verbindungsachse. Über die angeschlossenen Fluchtbalkone, die den Brandschutz gewährleisten, bieten sich außerdem direkte Verbindungen zu den Außenanlagen. Die Terrasse ist flexibel z.B als grünes Klassenzimmer nutzbar.

Material und Konstruktion

Der Wunsch nach einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Konstruktion findet in der Entscheidung für einen Holzbau seine Entsprechung. Wir schlagen den Erweiterungsbau in einer ausgewogenen Kombination aus traditioneller Holzbauweise, Brettsperrholzdecken und vorgefertigten Fassadenelementen vor. Die Vorfabrikation ermöglicht mit der konsequenten Rasterung und Repetition über die beiden Geschosse eine schnelle, ökologische und kostenoptimierte Bauweise. Die Fassade aus Fichtenholzlamellen zitiert den Duktus des Zubaus aus 2000 und interpretiert diesen neu. Den horizontalen Elementen des Bestandes steht die vertikale Holzschalung gegenüber und tritt mit ihr in einen Dialog. Die Fluchtbalkone dienen als baulichen Sonnenschutz und werden an der Süd- und Ostfassade durch außenliegende Markisoletten ergänzt. Um sowohl die Luftqualität und die Behaglichkeit in den Klassenräumen zu verbessern, als auch die gewünschte Nutzungsqualität in den Erschließungs- und Pausenbereichen sicherzustellen, ist in allen Klassen und Fachräumen eine energieeffiziente Zu- und Abluftanlage integriert. Die Zuluftversorgung erfolgt unterhalb der Fensterbänder in den Klassenräumen. Aus den Klassenräumen strömt die frische Luft in die Erschließungsbereiche über, sodass die Schüler auch dort mit frischer Luft versorgt werden.

Energie und nachhaltigkeit

Auf die ökonomischen und ökologischen Aspekte wird unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung besonders Wert gelegt. Die gewählte Fassadenkonstruktion hat geringe Unterhaltskosten, ist langlebig, robust und nachhaltig. Das günstiges A/V-Verhältnis des Erweiterungsbaus mit einer durchgängig hochwertig gedämmten Gebäudehülle, hält den Energiebedarf gering. Zur Unterstützung und Optimierung des bestehenden Heizsystems schlagen wir für den Erweiterungsbau eine Photovoltaikanlage sowie eine Luft-Wasserwärmepumpe mit Pufferspeicher vor.

pfeiffer.volland.michel.architekten gmbh
Königstr.31
52064 Aachen

Dipl.-Ing. Alexander Pfeiffer Architekt BDA 
Dipl.-Ing. Felix Volland Architekt 
Benjamin Michel M.A Architekt