Baustart Vinothek Kirsten Liebieg
Ein massiver Sockel aus Schiefer nimmt die Logik der Weinbergsmauern auf und verankert das Gebäude in der Topografie des Hangs. In seinem Inneren liegt ein Kern aus Stampflehm, gewonnen aus dem Aushub des eigenen Grundstücks: Das Material des Ortes kehrt so als raumprägendes und klimatisch wirksames Element in das Haus zurück – Bauen im Stoffkreislauf, gewissermaßen aus dem eigenen Terroir.
Darüber erhebt sich ein leichter, offener Holzbau, dessen rautenartig geflochtene Fassadenstruktur an das Geflecht der Rebzeilen und die handwerkliche Tradition der Region erinnert. Das feine Spiel aus Offenheit und Geschlossenheit filtert das Licht, gibt Ausblicke frei und verleiht dem Gebäude eine lebendige, textile Anmutung. Der Übergang vom schweren Sockel zum leichten Aufbau macht die Schichtung von Erde und Landschaft am Gebäude selbst ablesbar.
Zwei markante Rundfenster nach vorne und hinten rahmen gezielte Ausblicke auf Mosel und Weinberge und verbinden Innenraum und Kulturlandschaft.
Das Satteldach greift die vertraute Form der Ortslage auf; seine Eindeckung aus integrierten Photovoltaikziegeln macht die Energiegewinnung zum selbstverständlichen Teil der Bauform statt zu einem technischen Zusatz.
So entsteht ein Gebäude, das sich in die Kulturlandschaft einfügt und zugleich einen eigenständigen architektonischen Akzent am Ortseingang setzt.