Städtebauliches Konzept
Das Zukunftszentrum präsentiert sich als klarer, kompakter Baukörper zentral im neu entstehenden Park am Riebeckplatz. Mit einer Höhe von etwa 40 Metern am höchsten Punkt überragt es die 18 bis 30 Meter hohe umgebende Bebauung und ist weithin als Landmarke sichtbar. Der Neubau mit vorgelagertem Platz der Transformation hebt sich im Stadtraum von Halle hervor und wird durch seine eigenständige, aber diskret integrierte Gestaltung zum Gesicht der europäischen Transformation.
Architektonische Leitidee und Vision
Der Entwurf sieht einen klimagerechten Neubau vor, der Verankerung im Kontext und Affinität zum Ort sucht. Als Plattform für Forschung, Kultur und Dialog stellt der Bau seinen repräsentativen, öffentlichen Charakter durch Transparenz dar. Eine begrünte, umlaufende Aussenkaskade macht das Haus öffentlich erlebbar. Erschlossen wird das Gebäude über die neue Fuss- und Radwegbrücke vom Hauptbahnhof zu einer Terrasse im 2. Obergeschoss sowie über den ebenerdigen Haupteingang an der Westfassade mit adressbildendem Vorplatz.
Klimagerechte Architektur und Kreislauffähigkeit
Der kompakte Solitär wird ressourcenschonend aus natürlichen und teils wiederverwendeten Baumaterialien konstruiert, mit reversiblen Verbindungen und rezyklierbar. Als Holzskelettbau ist er so konzipiert, dass er sich an neue Nutzungsanforderungen anpassen, umbauen und ergänzen lässt. Die Verbindung von Decken-, Balken- und Stützenelementen erfolgt im Steckkastenprinzip, wodurch Stahlverbindungsmittel reduziert werden und ein späterer Rückbau mit geringem Aufwand möglich ist. Auf ein Untergeschoss und primärenergie-intensive Dämmung unterhalb der Bodenplatte wird verzichtet.
Landschaftsarchitektonisches Konzept
Der Freiraum um das Zukunftszentrum hat eine ovale Struktur, die die Innenstadt mit dem Park verbindet und den Dialog zwischen Gebäude und Aussenflächen fördert. Der Platz der Transformation stärkt die Adresse des Hauses als lebendigen, sich anpassenden Ort. Das Regenwassermanagement sammelt Niederschläge aus Wege- und Dachflächen in Gräben, die als Wetlands mikroklimatisch wirken. Überschüssiges Wasser wird in Retentionsbecken aufgenommen; Ziel ist es, Regenwasser möglichst lange auf dem Grundstück zu halten und den Pflanzungen zur Verfügung zu stellen.
Funktionalität und innere Erschliessung
Das Herzstück des Gebäudes bildet der Campus, um den sich alle Funktionsbereiche anordnen. Grossflächige Räume sind für eine einfache Tragwerksausbildung übereinander angeordnet, thematisch zusammenhängende Bereiche liegen horizontal geschichtet über jeweils ein bis zwei Geschosse verteilt. Im Zentrum verbindet eine natürlich belichtete Treppenanlage als Treffpunkt und Bühne die Geschosse und unterstützt als Kommunikationslandschaft den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern.
Tragwerk und Energiekonzept
Der Baukörper folgt dem Low-Tech-Prinzip mit robusten, wartungsarmen Lösungen. Vier innere Kernelemente strukturieren den Skelettbau und tragen das Bauwerk, während Fassaden im Holzbauraster den vertikalen Lastabtrag ergänzen. Vorgefertigte Holzbetonverbunddecken mit bis zu knapp 14 Metern Spannweite ermöglichen hohe Nutzungsflexibilität. Die Dachfläche ist als solares Klimadach mit PV-Modulen geplant, Decken dienen als Speichermasse für natürliche Nachtauskühlung, kombiniert mit mechanischer und natürlicher Belüftung für geringen Energieverbrauch.