Städtebaulicher Leitgedanke
Der Entwurf sieht einen klimaneutralen Campus mit klarer städtebaulicher Adressbildung vor. Um eine gemeinsame Mitte entsteht ein geordneter Campus, der sich in seiner Geschossigkeit zum Sportcampus abstaffelt und durch Grün- und Erschliessungsflächen strukturiert wird. Der Sportbereich liegt im Nordosten, der schulische Bereich im Südwesten. Die Campusmitte verbindet diese Funktionsbereiche und wird durch die drei Schulhäuser und die Sporthalle definiert, die zugleich als Gelenk zwischen Schul- und Sportcampus fungiert. Entlang der westlichen Buserschliessung entsteht ein Vorplatz, der über eine zentrale, überdachte Eingangssituation eine kurze Wegeführung in die Campusmitte ermöglicht.
Schulbau
Die drei Schulhäuser für SEK I, SEK II und Naturwissenschaften bilden das Zentrum des Campus. Ihre Positionierung um die Campusmitte stellt den orthogonalen Duktus der Anlage her und bildet die städtebauliche Adresse. Der fünfgeschossige Baukörper öffnet sich im Erdgeschoss mit einer grosszügigen Pausenhalle zur Campusmitte und gibt den Blick auf Aula und Mensa frei. Der Haupteingang liegt an der Campusmitte und ist für Lehrende wie Lernende gut auffindbar. Eine Kaskadentreppe dient als räumlicher Erschliessungsschnitt durch das Haus und trennt strukturell die Jahrgangscluster von den weiteren schulischen Flächen und der Verwaltung. Im Erdgeschoss des Naturwissenschaftsgebäudes entsteht ein Lernort mit visueller Verbindung zur Campusmitte und zum südlichen Baumbestand.
Funktionalität, Materialien und Konstruktion
Die Campusbausteine sind in einer Kombination aus traditioneller Holzbauweise, Holzbetonverbunddecken und vorgefertigten Fassadenelementen vorgesehen. Dem Nachhaltigkeitsanspruch wird mit einer langlebigen, zeitlosen und natürlichen Materialität begegnet. Hochwertig ökologisch zertifizierte und solide Materialien in einfacher mechanischer und manueller Ausführung sollen die Nachhaltigkeit gewährleisten und wirken sich günstig auf künftige Betriebs- und Unterhaltskosten aus.
Umsetzung des klimaneutralen Bauens
Angesichts des hohen Anteils der Bauindustrie an globalen CO2-Emissionen und Abfallmengen wird bewusst auf Hightech-Baustoffe mit komplexen Lieferketten verzichtet. Holz besteht zur Hälfte aus Kohlenstoff, den der Baum durch Photosynthese aus der Luft aufgenommen hat, und bildet damit eine Kohlenstoffsenke. Der Einsatz von Holz im Primärtragwerk und in der Fassadenkonstruktion ist deshalb zentral gesetzt, mit Bedeutung für die Ökobilanz sowie für Entsorgungs- und Weiternutzungsszenarien der Konstruktion.
Energiekonzept
Das Haustechnikkonzept zielt auf hochleistungsfähige Campusbausteine mit maximal natürlicher Belüftung, optimiertem Komfort und minimalem Energieverbrauch. Anstelle technischer Aufrüstung zu intelligenten Gebäuden und eines Übermasses an ökologisch fragwürdigen Dämmmaterialien nutzt die Architektur typologische, konstruktive und thermische Strukturen, um die klimatischen Bedingungen für das Wohlbefinden der Nutzer zu regulieren.