Leitidee und Entwurfskonzept
Das Grundstück liegt in der Zülpicher Börde, geprägt von Obstwiesen, linearen Ackerstrukturen und kleinen Baumbeständen in Senken. Der Brainergy Hub soll als neuer Ort des Wissens das Herzstück des Brainergy Village bilden und Werte wie Nachhaltigkeit, Innovation und Offenheit vermitteln.
Die gemeinsame Mitte des Gebäudes schafft räumliche Transparenz zwischen Büromodulen und halböffentlichen Nutzungen wie studentischen Arbeitsplätzen und Werkstätten. Eine Treppenfigur macht diese Mitte erfahrbar und verbindet Multifunktionsräume mit dem Foyer. Zwei Innenhöfe strukturieren den Baukörper und sorgen für Tageslicht in der Gebäudetiefe. Typologisch ist ein hybrides Gebäude vorgesehen: öffentliche Nutzungen im Erdgeschoss entlang der Erschliessungsachse, darüber ein Gerüst für flexible Büromodule und Werkstattflächen.
Städtebauliche Einbindung
Der Brainergy Park befindet sich in der Entwicklung und soll eine eigene Identität mit hoher programmatischer Dichte gewinnen. Der Hub versteht sich als Kommunikationsmittelpunkt des gesamten Parks und bezieht seine städtebauliche Bedeutung aus dem Verhältnis des Volumens zu seinem Umfeld. Eine Rotation des Baukörpers innerhalb der orthogonalen Setzung des Masterplans betont die besondere Stellung und Funktion des Hubs und setzt ihn von der Umgebungsbebauung ab. Die Rotation erzeugt zugleich Ausdehnungen und Verjüngungen im Freiraum, die differenzierte Platzsituationen mit hoher Aufenthaltsqualität ermöglichen.
Freiraumplanung
Das Aussenraumkonzept greift die Kulturlandschaft der Jülich-Zülpicher Börde auf und transformiert die Linearität der Ackerflächen in einen Streifencode über dem Platzraum, der sich in die Streuobstwiese und den Anschluss zum Energygarden hineindreht.
Durch Absenkungen und erhabene Bereiche entsteht eine dezente Topografie. Ein dezentrales Retentionssystem sammelt Regenwasser von den Dachflächen und lässt es als feines Netz schmaler Wasserflächen über das Feld ziehen, bevor es sich zurückzieht – ein Hinweis auf die Endlichkeit der Ressource Wasser. In eingesenkten Streifen wachsen Baumgesellschaften, die auf klimaresistente Arten wie überstauungsresistente Eichenwälder aus der submediterranen Zone setzen. Der Platz bietet unterschiedliche räumliche Atmosphären mit Rückzugsmöglichkeiten und Aussenräumen für Arbeit und Austausch, bleibt im zentralen Bereich um das Gebäude aber offen und passierbar.
Erschliessung
Der Haupteingang liegt zentral am Innenhof und bildet einen gut auffindbaren Anlaufpunkt.
Im Erdgeschoss verankern Foyer, Lounge und Startup-Beratung im Süd-Westen sowie das Restaurant im Nord-Osten den öffentlichen Raum, wobei ein offener Vorplatz den Aussenraum ins Gebäude erweitert. Ein unabhängiger Zugang über die Kerne steht Mitarbeitenden auch bei geschlossenem Foyer zur Verfügung, die Anlieferung erfolgt über die westlich gelegenen Eingänge. Im Inneren erschliesst das zentrale Foyer die Geschosse vertikal und barrierefrei und dient als Ausgangspunkt für Büromodule, Konferenz- und Co-Working-Bereiche. Die Module sind flexibel zusammenschaltbar und auch extern vermietbar; der Eventbereich im Dachgeschoss ist über einen eigenen Erschliessungskern angebunden.
Konstruktion und Material
Der Neubau kombiniert traditionelle Holzbauweise, Holzbetonverbunddecken und vorgefertigte Fassadenelemente.
Das nach außen geführte Primärtragwerk strukturiert und rhythmisiert die Fassade und macht die innere Modularität von außen ablesbar; senkrechte Holzelemente verspannen die Tragwerksköpfe. Zurückversetzte horizontale Fassadenblenden zwischen den Geschossen nehmen den außenliegenden Sonnenschutz auf. Die entstehenden Felder werden je nach Nutzung geschlossen oder transparent ausgeführt: geschlossene Elemente als gedämmte, hochgradig vorgefertigte Holzrahmen-Module, ergänzt um geneigte PV-Elemente je nach Himmelsausrichtung sowie Holztafeln gleicher Neigung; offene Elemente als Holz-Aluminium-Fenster.
Wirtschaftlichkeit
Die Vorfabrikation mit konsequenter Rasterung und Repetition über die Geschosse ermöglicht eine schnelle, ökologische und kostenoptimierte Bauweise. Die kompakte Flächenorganisation und die daraus resultierende optimierte Fassade lassen eine wirtschaftliche Holzbauweise mit hohem Vorfabrikationsgrad erwarten.