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Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen

pvma eka projekticon
Jahr
2022
Ort
Aachen
Verfahren
Direktauftrag
Aussenperspektive eines mehrteiligen Gebäudekomplexes mit Satteldächern und rötlicher Metallfassade, davor Eingangsbereich mit Freitreppe.
Eingangsbereich, Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen
Lageplan mit einem Gebäudeensemble um einen begrünten Innenhof, umgeben von Bestandsbauten und einer großen Parkfläche mit Wegenetz.
Lageplan – Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen
Piktogramm mit wolkenförmigen Baukörpern und roten Pfeilen, die Bewegungsrichtungen zwischen den Volumen anzeigen.
Schematisches Leitbild mit wolkenförmigen Baukörpern um einen zentralen Freiraum mit rosa Bewegungspfeilen und einem schwarzen Herzsymbol.
Schematisches Piktogramm zeigt drei rosa Baukörper A, B und C, verbunden durch eine kreuzförmige Fläche mit herzförmiger Aussparung.
Lageplan mit fünf markierten Stationen einer Raumabfolge entlang eines geschwungenen Wegs zwischen Bestandsgebäuden und Gärten.
Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen – Wettbewerbsabgabe: 220810b Abgabepräsentation

Ort und Landschaft

Das Grundstück liegt auf der Kuppe eines Ausläufers des Aachener Waldes, zwischen den Tälern des Johannisbaches und des Kannengießerbaches, und umfasst einen Großteil des heutigen Klostergartens der Elisabethinnen.

Die Umgebung ist geprägt von großzügigen Grundstücken, Gärten und altem Baumbestand, während die Bebauung heterogen aus villenartigen Einfamilienhäusern und neueren Mehrfamilienhäusern besteht. Im Osten, zum Amsterdamer Ring hin, liegen ein zweigeschossiges Seniorenstift sowie das dreigeschossige historische Klostergebäude, erschlossen vom Preusweg. Eine markante Hangkante mit dichtem Laubbaumbestand nach Norden und Osten sowie eine schmale Wiesenböschung zum Preusweg prägen das Landschaftsbild.

Lageplan mit Grundriss des zweiten Obergeschosses zeigt einen verzweigten Gebäudekomplex inmitten einer parkartigen Grünfläche.
Lageplan mit Grundriss OG2, Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen
Lageplan zeigt mehrere neue Gebäude in aufgelöster Baukörperstruktur inmitten von Grünflächen und Baumbestand.
Lageplan Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen
Lageplan mit Grundriss Erdgeschoss zeigt einen verzweigten Baukörper inmitten von Baumbestand und umgebender Wohnbebauung.
Lageplan mit Grundriss Erdgeschoss
Lageplan mit Grundriss des Obergeschosses eines verzweigten Neubaus in grüner Umgebung nahe eines Klosters.
Lageplan mit Grundriss 1. Obergeschoss
Grundriss eines Pflegeheims mit zentralem Rundraum, Wohnbereichen, Küche, Verwaltung und Tiefgaragenzufahrt, schräg
Grundriss zeigt eine sternförmige Anlage aus mehreren Flügeln um einen kreisrunden Innenhof mit Gemeinschaftsforum.
Grundrisse in Axonometrie zeigen vier verschiedene Wohngebäude mit sternförmig angeordneten Flügeln um zentrale Erschliessungskerne.
Zwei Lagepläne zeigen den eingeschossigen Kita-Neubau mit zwei Gruppentrakten am Hasselholzer Weg, eingebettet in einen dicht bepflanzten Garten.
Lageplan Kita am Hasselholzer Weg

Entwurfsansatz

Ziel ist eine der besonderen Lage mit ihrer Topografie und dem bedeutsamen Baumbestand angemessene Bebauung, die sich mit dem Klostergebäude zu einem größeren Ganzen zusammenfügt. Der Entwurf entzieht sich einer eindeutigen typologischen und stilistischen Zuordnung. Die Volumen besetzen weder eine Straßenflucht noch die Klostergartenmitte, sondern verspannen sich mehrdimensional im Grundstück, ohne klassische Repräsentationsräume zu erzeugen. Die Nähe zu den bestehenden Bäumen an den Grundstücksflanken wird gesucht, sodass diese zu einem bestimmenden Teil der Architektur werden. Formal orientiert sich der Entwurf weniger an den umgebenden Bauten als an Naturformen und der Verzahnung mit den Qualitäten des Ortes.

Schnitt zeigt eine Zeile giebelständiger Neubauten mit Ziegelfassaden zwischen Bäumen, rechts das bestehende Elisabeth Kloster.
Schnitt a3 – Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen
Straßenschnitt zeigt die Höhenstaffelung der Neubauten zwischen Hasselholzerweg und Preusweg entlang des ansteigenden Geländes.
Straßenschnitt Hasselholzerweg – Preusweg
Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen – Wettbewerbsabgabe: A1
Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen – A1

Freiraum

Der westliche Klostergartenteil liegt auf einer Anhöhe, deren Nord- und Ostseite von altem, unveränderlich respektiertem Baumbestand gefasst wird. Gebaut wird nur auf dem übrigen, nach Süden abfallenden Teil, auf dem sich derzeit eine mit Nutzgartenstreifen unterbrochene Obstwiese befindet. Die lockere Abfolge eingestreuter Solitärbauten erlaubt die Wiederaufnahme des Themas Obstwiese durch neue lockere Obstbaumpflanzungen zwischen den Gebäuden. Bei Bedarf können reduzierte, gebäudezugeordnete Nutzgärten integriert werden, die auch als Treffpunkt dienen. Vorhandene Wegestrukturen zur bewaldeten Ostseite werden aufgenommen und binden an das Kloster an. Vom Hasselholzer Weg aus wird ein Serpentinenpfad ausgebaut, durch das Wohnareal geführt und an den Preusweg angebunden; die Idee eines der Ordensgründerin gewidmeten Pilgerpfades mit kleinen Aussichts- und Rastpunkten wird aufgenommen.

Erschließung

Das Gelände ist fußläufig erschlossen, interne Wege verbinden alle Gebäude untereinander sowie mit dem Kloster und den Straßen im Norden und Süden. Da die Topografie nicht überall barrierefreie Wege erlaubt, verbindet ein alle drei Wohngebäude verbindendes Geschoss mit Aufzug indirekt alle Freiräume; die höchste Stelle des Preusweges wird für die barrierefreie Anbindung dieses Geschosses genutzt. Die Erschließung für Fahrzeuge liegt möglichst weit an der westlichen Grenze, sodass Tiefgaragenzufahrt und Feuerwehrzufahrt wenig Platz benötigen und der Freiraum nicht zerschnitten wird. Fahrzeug- und Fußverkehr sind damit weitgehend getrennt.

Axonometrie zeigt eine Gruppe gestaffelter Satteldachbauten mit gelb markierten Erdgeschossflächen inmitten von Bäumen und umgebender Bebauung.
Axonometrie Neue Nachbarschaft am Kloster der Elisabethinnen
Drei Strichzeichnungen zeigen Gemeinschaftsflächen, ein Zimmer im Pflegeheim und die Gartengestaltung eines Pflegeheims mit Personen.
Innenraum- und Aussenperspektiven Pflegeheim
Drei Strichzeichnungen zeigen Wege zwischen Wohnhäusern, einer Kita und Bäumen mit Personen im Freiraum.
Wegeperspektiven Freiraum – Neue Nachbarschaft Elisabethinnen

Materialität und Konstruktion

Der Anspruch an ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Gebäude wird durch die Holzfassade nach außen transportiert. Der Neubau kombiniert traditionelle Holzbauweise, BSH-Decken und vorgefertigte Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise. Die Vorfabrikation ermöglicht mit konsequenter Rasterung und Repetition über die Geschosse eine schnelle, ökologische und kostenoptimierte Bauweise. Die kompakte Flächenorganisation und die daraus resultierende optimierte Fassade lassen eine wirtschaftliche Holzbauweise mit hohem Vorfabrikationsgrad zu.

Nachhaltigkeit und Energie

Dem Nachhaltigkeitsanspruch wird mit einer zeitlosen, robusten und natürlichen Materialität begegnet, die auf hochwertige, ökologisch zertifizierte Materialien in einfacher Ausführung setzt und sich günstig auf Betriebs- und Unterhaltskosten auswirkt. Die Dachflächen werden gemäß Bebauungsplan als begrünte Flachdächer geplant und ermöglichen solare Gewinne.

Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen mit Pufferspeichern decken zusammen mit einem gebietsübergreifenden Nahwärmenetz nahezu den gesamten Strom- und Wärmebedarf. Außenliegender Sonnenschutz, Decken als Speichermasse und natürliche Nachtauskühlung sichern den thermischen Komfort auch im Sommer, ergänzt durch eine Kombination aus mechanischer und natürlicher Belüftung.

Innenraumperspektive einer geschwungenen Holzbau-Galerie mit Blick über einen begrünten Innenhof zu roten Fassaden.
Innenperspektive Galerie, Neue Nachbarschaft Kloster Elisabethinen