Ort und Landschaft
Das Grundstück liegt auf der Kuppe eines Ausläufers des Aachener Waldes, zwischen den Tälern des Johannisbaches und des Kannengießerbaches, und umfasst einen Großteil des heutigen Klostergartens der Elisabethinnen.
Die Umgebung ist geprägt von großzügigen Grundstücken, Gärten und altem Baumbestand, während die Bebauung heterogen aus villenartigen Einfamilienhäusern und neueren Mehrfamilienhäusern besteht. Im Osten, zum Amsterdamer Ring hin, liegen ein zweigeschossiges Seniorenstift sowie das dreigeschossige historische Klostergebäude, erschlossen vom Preusweg. Eine markante Hangkante mit dichtem Laubbaumbestand nach Norden und Osten sowie eine schmale Wiesenböschung zum Preusweg prägen das Landschaftsbild.
Entwurfsansatz
Ziel ist eine der besonderen Lage mit ihrer Topografie und dem bedeutsamen Baumbestand angemessene Bebauung, die sich mit dem Klostergebäude zu einem größeren Ganzen zusammenfügt. Der Entwurf entzieht sich einer eindeutigen typologischen und stilistischen Zuordnung. Die Volumen besetzen weder eine Straßenflucht noch die Klostergartenmitte, sondern verspannen sich mehrdimensional im Grundstück, ohne klassische Repräsentationsräume zu erzeugen. Die Nähe zu den bestehenden Bäumen an den Grundstücksflanken wird gesucht, sodass diese zu einem bestimmenden Teil der Architektur werden. Formal orientiert sich der Entwurf weniger an den umgebenden Bauten als an Naturformen und der Verzahnung mit den Qualitäten des Ortes.
Freiraum
Der westliche Klostergartenteil liegt auf einer Anhöhe, deren Nord- und Ostseite von altem, unveränderlich respektiertem Baumbestand gefasst wird. Gebaut wird nur auf dem übrigen, nach Süden abfallenden Teil, auf dem sich derzeit eine mit Nutzgartenstreifen unterbrochene Obstwiese befindet. Die lockere Abfolge eingestreuter Solitärbauten erlaubt die Wiederaufnahme des Themas Obstwiese durch neue lockere Obstbaumpflanzungen zwischen den Gebäuden. Bei Bedarf können reduzierte, gebäudezugeordnete Nutzgärten integriert werden, die auch als Treffpunkt dienen. Vorhandene Wegestrukturen zur bewaldeten Ostseite werden aufgenommen und binden an das Kloster an. Vom Hasselholzer Weg aus wird ein Serpentinenpfad ausgebaut, durch das Wohnareal geführt und an den Preusweg angebunden; die Idee eines der Ordensgründerin gewidmeten Pilgerpfades mit kleinen Aussichts- und Rastpunkten wird aufgenommen.
Erschließung
Das Gelände ist fußläufig erschlossen, interne Wege verbinden alle Gebäude untereinander sowie mit dem Kloster und den Straßen im Norden und Süden. Da die Topografie nicht überall barrierefreie Wege erlaubt, verbindet ein alle drei Wohngebäude verbindendes Geschoss mit Aufzug indirekt alle Freiräume; die höchste Stelle des Preusweges wird für die barrierefreie Anbindung dieses Geschosses genutzt. Die Erschließung für Fahrzeuge liegt möglichst weit an der westlichen Grenze, sodass Tiefgaragenzufahrt und Feuerwehrzufahrt wenig Platz benötigen und der Freiraum nicht zerschnitten wird. Fahrzeug- und Fußverkehr sind damit weitgehend getrennt.
Materialität und Konstruktion
Der Anspruch an ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Gebäude wird durch die Holzfassade nach außen transportiert. Der Neubau kombiniert traditionelle Holzbauweise, BSH-Decken und vorgefertigte Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise. Die Vorfabrikation ermöglicht mit konsequenter Rasterung und Repetition über die Geschosse eine schnelle, ökologische und kostenoptimierte Bauweise. Die kompakte Flächenorganisation und die daraus resultierende optimierte Fassade lassen eine wirtschaftliche Holzbauweise mit hohem Vorfabrikationsgrad zu.
Nachhaltigkeit und Energie
Dem Nachhaltigkeitsanspruch wird mit einer zeitlosen, robusten und natürlichen Materialität begegnet, die auf hochwertige, ökologisch zertifizierte Materialien in einfacher Ausführung setzt und sich günstig auf Betriebs- und Unterhaltskosten auswirkt. Die Dachflächen werden gemäß Bebauungsplan als begrünte Flachdächer geplant und ermöglichen solare Gewinne.
Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen mit Pufferspeichern decken zusammen mit einem gebietsübergreifenden Nahwärmenetz nahezu den gesamten Strom- und Wärmebedarf. Außenliegender Sonnenschutz, Decken als Speichermasse und natürliche Nachtauskühlung sichern den thermischen Komfort auch im Sommer, ergänzt durch eine Kombination aus mechanischer und natürlicher Belüftung.