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Erweiterung des Feuerwehr­geräte­hauses in Kreuzau-Thum

thu projekticon
Jahr
2025
BGF
259
Ort
Kreuzau Ortsteil Thum
Status
Fertiggestellt
Verfahren
Wettbewerb
Bautyp
Feuerwache

Leitgedanke und Entwurfsansatz

Das Bestandsgebäude ist im Laufe der Jahre erweitert worden, entspricht jedoch nicht den heutigen Anforderungen an Feuerwehrhäuser gem. der DIN 14092. Im Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Kreuzau aus dem Jahre 2018 ist die Erweiterung bzw. der Umbau des FWGH vorgesehen.

Die bestehende Bausubstanz des Feuerwehr­geräte­hauses Kreuzau-Thum ist durch ein Bauensemble mit Satteldächern geprägt. Der von uns geplante Erweiterungsbau schließt an diesen Bestand mit zwei eingeschossigen Baukörper an und wird von Nord-Westen erschlossen. Die verschieden ausgeprägten Satteldächer der Erweiterung ergänzen die Bestandssituation und schaffen ein neues städtebauliches Gesamtgefüge.

Die neue Fahrzeughalle knüpft räumlich an die Bestandshalle an und fungiert als Verbindungsbau zwischen der bestehenden Bausubstanz und dem neuen Sozialtrakt. Die Halle wird nach DIN 14092 mit der Stellplatzgröße 1 nachgewiesen. Die Halle wird so dimensioniert, dass perspektivisch auch die Stellplatzgröße 3 sichergestellt werden kann. Die Torgröße wird mit einer Durchfahrtshöhe von 4,50 m geplant.

Der Sozialtrakt stellt die aktuell fehlenden Umkleide- und Sanitärflächen sicher. Als zukunftsweisendes Raumkonzept werden nach Abstimmungen mit dem Wehrleiter der Gemeinde Kreuzau eine räumliche Schwarz-Weiß-Trennung geplant. Hierbei wird der Weißbereich als eigenständiger Raum gesichert. Die Dusch- und Waschräume werden als Bypässe zwischen den Umkleiden und dem Weißbereich hergestellt. Die Schwarzbereiche werden als getrennte Einbauten in der neuen Fahrzeughalle, in direkter Zuordnung zu den Umkleiden, integriert. Durch diese räumliche Abfolge sind klare Sicherheits- und Alarmwege sichergestellt.

Die Erweiterung stellt die barrierefreie Erschließung des Sozialtraktes und der Fahrzeughallen sicher. Des Weiteren wurden die Freianlagen und Erschließungsflächen geplant, die durch den Geländeverlauf geprägt sind. Durch die Erweiterung und Anbindung an die umliegenden Flächen wird ebenfalls eine barrierefreie Erschließung für die Festhalle und den Toilettentrakt gewährleistet. Die notwendigen Stellplätze werden auf den Hinterhof (ehemaliger Schulhof) gesichert. Die Kindertagesstätte, die Festhalle und die Feuerwehr bekommen feste Stellplätze gemäß der geforderten Anzahl der Gemeinde Kreuzau. Zusätzlich zu den geforderten Stellplätzen der Feuerwehr wird eingangsnah ein barrierefreier Stellplatz hergestellt.

Der Erweiterungsbau ist in einer klassischen Holzständerbauweise konzipiert. Feuerwachen zählen im Katastrophenfall zur wichtigen Infrastruktur und sind damit nach DIN 4149 der Bedeutungskategorie IV einzuordnen. Für die entsprechenden erhöhten Anforderungen an den Erdbebennachweis wird die neue Fahrzeughalle mit vier Betonecken ausgeführt.

Die Fassaden der beiden Baukörper werden in zwei unterschiedlichen Holzstrukturen geplant. Die Nutzung der Baukörper kann dadurch in der Fassade klar abgelesen werden.

Lageplan zeigt das Gebäude eingebettet in ein Wohnquartier mit umliegenden Straßen, Bäumen und Nachbarbebauung.
Lageplan Feuerwache Thum
Rot verkleidete Fassadenöffnung mit Glastür an einem Gebäude mit horizontaler Holzverschalung.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (11 Von 32)
Außenansicht einer Feuerwache mit rot verkleideter Holzfassade und geöffnetem Tor, in dem ein Feuerwehrfahrzeug steht.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (5 Von 32)
Innenraum mit sichtbarer Holzkonstruktion aus Dachbalken, Dreiecksfenstern im Dach und rot gefliester Wand darunter.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (31 Von 32)
Giebel mit vertikaler, rotbrauner Holzverschalung und dunkler Blecheindeckung am First vor hellem Himmel.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (21 Von 32)
Feuerwache mit rot lackierter Holzfassade und offenem Tor, durch das ein Feuerwehrfahrzeug sichtbar ist.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (7 Von 32)
Nahaufnahme einer rotbraun lasierten Holzfassade mit horizontal verlegten Brettern und einer vertikalen Latte.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (13 Von 32)
Feuerwache mit rot verkleidetem Neubau und angrenzendem Ziegelbau, hinter Bäumen und Sträuchern hervorragend.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (8 Von 32)
Fassadendetail mit vertikaler Holzschalung und abgerundeter Ecke, im Hintergrund eine geöffnete Toröffnung mit Holzkonstruktion.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (23 Von 32)
Schulungsraum mit U-förmig angeordneten Tischen unter einem Satteldach mit Holzwolle-Akustikpaneelen.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (25 Von 32)
Hallenbau mit Wellblechfassade und rotem Giebel ragt hinter Ziegeldächern und Bäumen hervor.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (1 Von 32)
Nahaufnahme einer rotbraunen Holzfassade mit rundem Türknauf und Profilzylinder aus Metall.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (15 Von 32)
Rollbares Gestell mit drei Feuerwehrjacken vor rot gefliester Wand unter offenem Holzdachstuhl.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (27 Von 32)
Innenraum einer Feuerwache mit rot gefliesten Wandpfeilern, an einem hängt eine Einsatzjacke.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (28 Von 32)
Detailansicht der roten Holzfassade zeigt eine geschwungene Dachkante mit weißer Wellblechverkleidung.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (17 Von 32)
Fassadenausschnitt mit horizontaler Holzschalung in Rotbraun und quadratischem Fenster mit rotem Rahmen.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (18 Von 32)
Giebelfassade mit vertikaler Holzverschalung in Rot und Dunkelbraun, Dachrand aus profiliertem Metallblech.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (3 Von 32)
Fassadendetail mit horizontaler Holzschalung und vorgesetzten Holzlamellen als Sonnenschutz vor der Fensterfläche.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (14 Von 32)
Innenraum mit Satteldach aus Holzwolle-Akustikplatten, langen Tischreihen und einer offenen Küchenzeile.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (24 Von 32)
Giebel eines Holzbaus mit horizontaler Lattung, Zinkblech-Dachrand und Regenrinne vor bewölktem Himmel.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (2 Von 32)
Fensterausschnitt in einer horizontalen Holzlattenfassade mit rot eingefasster Laibung und Fensterbank aus Metall.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (19 Von 32)
Gerundete Dachkante mit Holzlattenfassade in Rotbraun und einem roten Toreinschnitt an der Feuerwache.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (16 Von 32)
Innenraum einer Feuerwache mit rot gefliesten Umkleidenischen unter einem sichtbaren Holzdachtragwerk.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (29 Von 32)
Innenraum einer Fahrzeughalle mit sichtbarem Dachtragwerk aus Holz und geöffnetem Sektionaltor, dahinter ein Fahrzeug.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (26 Von 32)
Gebäudeecke mit rot lasierter Holzfassade aus Rhombusleisten und einem tief eingeschnittenen Fenster mit rotem Rahmen.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (20 Von 32)
Im Innenraum zeigt sich ein Dreiecksfachwerk aus hellem Holz unter der Dachschräge, links begrenzt von einer Sichtbetonwand. Darunter schliesst eine Wand mit roten Fliesen an, in die eine ebenfalls rote Tür eingelassen ist.
Dachtragwerk und Materialübergang, Feuerwache Thum
Feuerwache mit rotbrauner Holzfassade und geöffnetem Tor, in dem ein Feuerwehrfahrzeug steht, daneben ein Backsteinbau
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (4 Von 32)
Fassadendetail mit horizontaler Holzverschalung und quadratischem Fenster in rotem Rahmen.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (10 Von 32)
Blick durch ein Rolltor auf ein Feuerwehrfahrzeug, im Hintergrund eine Fassade aus roter Holzschalung.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (32 Von 32)
Giebelspitze eines Gebäudes mit vertikaler Holzlattung in rötlichem Anstrich und abgerundeter Dachkante vor hellem Himmel.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (22 Von 32)
Außenperspektive der Feuerwache mit rot lasierter Holzfassade und Sockel aus Sichtbeton, davor junge Birken.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (9 Von 32)
Detailansicht der Holzfassade mit rotem Wellblechvordach und verzinkter Dachtraufe.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (12 Von 32)
Geöffnetes Rolltor einer Feuerwache mit rotbrauner Holzfassade gibt Blick auf ein Löschfahrzeug frei.
Feuerwache Thum – Foto: Fwthum (6 Von 32)
Baustellenfoto einer Halle im Rohbau mit sichtbarem Holzdachtragwerk und Gerüsten an beiden Längsseiten.
Baustelle Halle, Feuerwache Thum
Fahrzeughalle einer Feuerwache mit offenem Sektionaltor, sichtbarem Holzdachstuhl und rot gefliesten Stützen.
Fahrzeughalle, Feuerwache Thum
Modellfoto eines Gebäudekomplexes mit Erdgeschossgrundriss auf einer Geländeplatte aus Holz, umgeben von zwei Nachbarbauten.
Modellfoto, Feuerwache Thum

Nachhaltigkeit und Energie

Das Leitprinzip der Bundesregierung stellt nachhaltige und soziale Verantwortung in den Vordergrund. Architektur und die Bauweise öffentlicher Gebäude sind hervorragend geeignet, um diese Gedanken nach außen zu tragen. Der Wunsch nach einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Konstruktion findet in der Entscheidung für einen Holzbau seine Entsprechung.

Eine ortstypische handwerkliche Tradition wird weiterentwickelt und der hohe Baumbestand der Eifel prädestinieren den Holzbau zusätzlich. Der Entscheidung für den Holzbau liegt die Berechnung des Carbon Footprint zugrunde. Diese bezieht sich im Cradle-to-Cradle Ansatz auf den gesamten Lebenszyklus der Herstellung bis zum Rückbau. Hochwertig ökologisch zertifizierte und solide Materialien in einfacher mechanischer und manueller Ausführung gewähren die Nachhaltigkeit und wirken sich damit ebenfalls günstig auf die künftigen Betriebs- und Unterhaltskosten aus.

Die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Thum zeichnet sich dabei durch ein günstiges A/V-Verhältnis mit einer durchgängig hochwertig gedämmten Gebäudehülle aus. Zur fast vollständigen Abdeckung des Strom- und Wärmebedarfs dienen eine hauseigene Photovoltaikanlage sowie eine Wärmepumpen mit Pufferspeichern. Dem Pufferspeicher in der Energiezentrale sind Heizungsverteiler nachgeschaltet, die die Wärmeenergie für die Fußbodenheizung liefern.

Die kompakte Kubatur mit einer effizienten Erschließungs- und Flächenorganisationen, eine daraus resultierende optimierte Fassadenabwicklung und klare konstruktive Trennungen lassen einen Neubau großer Wirtschaftlichkeit erwarten.

Ansicht von Westen zeigt eine Feuerwache mit Satteldächern in Holzverschalung, Ziegel- und Putzfassade sowie zwei Garagentoren.
Ansicht von Osten mit Baukörpern unterschiedlicher Höhe, darunter ein spitzgiebliges Gebäude mit vertikaler Fassadenschalung.
Ansicht von Norden zeigt einen langgestreckten Baukörper mit Lattenfassade und einem hoch aufragenden, rechteckigen Turmaufbau.
Ansicht von Süden eines eingeschossigen Ziegelbaus mit flach geneigten Satteldächern unterschiedlicher Höhe.

Fassade und Konstruktion

Dem Wunsch des Auftraggebers nach einer flexiblen Raumstruktur kommt der gewählte Holzskelettbau im besonderen Maße entgegen. Die Innenwände können im gewählten Raster jederzeit einem geänderten Raumbedarf angepasst werden.

Das gewählte Raster der tragenden Holzrahmenbau Elemente greift die Skelettbauweise auf, zieht sich über die gesamte Feuerwache und ist damit entscheidend für eine vorgefertigte und wirtschaftliche Umsetzung der Tragkonstruktion.

Dem Nachhaltigkeitsanspruch wird so mit der expliziten Langlebigkeit, einer zeitlosen, vertrauten, natürlichen und robusten Materialität begegnet. Die Dachfläche der Fahrzeughalle ermöglicht eine flexible Bespielung für solare Gewinne.

Grundriss des Erdgeschosses einer Feuerwache mit zwei Fahrzeughallen, Umkleiden, Gemeinschaftsraum und Büro.
Grundriss Erdgeschoss – Feuerwache Thum
Grundriss des Erdgeschosses einer Feuerwache mit zwei Fahrzeughallen, Umkleiden, Büro und Gemeinschaftsraum.
Grundriss Erdgeschoss, Feuerwache Thum