Materialität und Konstruktionsprinzip
Der Neubau wird als Holzskelettbau errichtet, dessen Fassade die Holzbauweise auch nach außen sichtbar macht. Das Stützensystem mit wenigen aussteifenden Wänden ist hochflexibel und kann sich künftigen Nutzungswünschen anpassen. Vorgeschlagen wird eine Kombination aus traditioneller Holzbauweise, BSH-Decken und vorgefertigten Fassadenelementen in Holzrahmenbauweise. Die Primärkonstruktion bildet ein regelmäßiges Stützenraster aus Brettschichtholz, das sowohl im Sozialtrakt als auch in der Fahrzeughalle zur Anwendung kommt. Unterschiedliche Spannweiten werden durch entsprechend dimensionierte BSH-Fachwerkträger abgedeckt.
Gründung und Sockel
Die Gründung erfolgt über Streifenfundamente aus Stahlbeton, die die ansteigende Topografie des Grundstücks aufnehmen. Ein umlaufender Betonsockel schützt die Holzkonstruktion vor aufsteigender Feuchtigkeit.
Vorfabrikation und Montage
Die konsequente Rasterung und Repetition über die Geschosse ermöglicht eine Vorfabrikation, die eine schnelle, ökologische und kostenoptimierte Bauweise erlaubt. Die kompakte Flächenorganisation und eine daraus resultierende optimierte Fassade lassen eine wirtschaftliche Holzbauweise zu. Die Wandelemente werden werkseitig komplett mit Dämmung, Dampfbremse und Installationsebenen vorgefertigt.
Deckenkonstruktion
Die Geschossdecken werden als BSH-Brettsperrholzdecken ausgeführt und dienen als aktivierte thermische Speichermasse. Zusammen mit einer natürlichen Nachtauskühlung ist der thermische Komfort auch im Sommer gewährleistet. Gleichzeitig nehmen die Decken die horizontalen Lasten auf und sichern die Aussteifung des Gebäudes.
Fassadensystem
Die Außenwände bestehen aus vorgefertigten Holzrahmen-Wandelementen mit einer vorgehängten, hinterlüfteten Holzfassade. Die Fassadenbekleidung erfolgt mit sägerauen Brettern aus heimischem Lärchenholz, die mit Lehmfarbe behandelt sind und mit dem Alter leicht vergrauen, wodurch eine zeitlose, natürliche Optik entsteht. Großformatige Fensterelemente aus Holz-Aluminium sorgen für optimale Belichtung und fügen sich harmonisch in das Fassadenbild ein.
Brandschutz
Für die besonderen Anforderungen einer Feuerwache werden alle brandschutztechnischen Vorgaben erfüllt, ohne das gestalterische Konzept zu beeinträchtigen.
Dämmung und Bauphysik
Die Außenwände erhalten eine Zellulosedämmung zwischen den Holzständern sowie eine zusätzliche Aufdachdämmung aus Holzfaserdämmplatten. Die diffusionsoffene Konstruktion gewährleistet ein gesundes Raumklima und vermeidet Feuchteschäden. Der Wärmeschutznachweis wird erfüllt und übertrifft die gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich.
Integration der Haustechnik
Die Installationsführung erfolgt in einer separaten Ebene vor der tragenden Konstruktion, wodurch spätere Änderungen und Wartungen ohne Eingriffe in die Statik möglich sind. Leitungsführungen werden in den Deckenhohlräumen und in vorinstallierten Installationsschächten geführt.