zde 240712 zukunftszentrum fuer deutsche einheit axonometrie nutzung nachhaltigkeit aspect ratio 2.4 1

Zukunftszentrum für Deutsche Einheit Europäische Transformation

pvma zde projekticon
Jahr
2025
Ort
Halle
Status
Wettbewerb
Verfahren
Wettbewerb
Bautyp
Verwaltungsbau
Übersichtslageplan zeigt das Gebäude als markierte Fläche zwischen Straßenzügen nahe einem Kreisverkehr.
Übersichtslageplan M2000
Lageplan zeigt einen mehrteiligen Baukörper in einer weitläufigen Grünfläche mit dichtem Baumbestand und Wegen.
Lageplan M500

Städtebauliches Konzept

Das Zukunftszentrum präsentiert sich als klarer, kompakter Baukörper zentral im neu entstehenden Park am Riebeckplatz. Mit einer Höhe von etwa 40 Metern am höchsten Punkt überragt es die 18 bis 30 Meter hohe umgebende Bebauung und ist weithin als Landmarke sichtbar. Der Neubau mit vorgelagertem Platz der Transformation hebt sich im Stadtraum von Halle hervor und wird durch seine eigenständige, aber diskret integrierte Gestaltung zum Gesicht der europäischen Transformation.

Drei Axonometrien zeigen Erschließungswege, Raumnutzungen als Wortwolken und den Wandaufbau der Fassade.
Piktogramme Nutzung, Erschließung und Wandaufbau
Axonometrie eines Gebäudekomplexes mit Beschriftungen zu Photovoltaik, Dachbegrünung, Fassadenbegrünung und weiteren Nachhaltigkeitsmerkmalen.
Axonometrie Nutzung – Nachhaltigkeit, Zukunftszentrum

Architektonische Leitidee und Vision

Der Entwurf sieht einen klimagerechten Neubau vor, der Verankerung im Kontext und Affinität zum Ort sucht. Als Plattform für Forschung, Kultur und Dialog stellt der Bau seinen repräsentativen, öffentlichen Charakter durch Transparenz dar. Eine begrünte, umlaufende Aussenkaskade macht das Haus öffentlich erlebbar. Erschlossen wird das Gebäude über die neue Fuss- und Radwegbrücke vom Hauptbahnhof zu einer Terrasse im 2. Obergeschoss sowie über den ebenerdigen Haupteingang an der Westfassade mit adressbildendem Vorplatz.

Ansicht von Westen zeigt einen mehrgeschossigen Baukörper mit begrünten Fassadenstreifen und Funktionsbezeichnungen wie
Ansicht West
Ansicht von Süden mit gestaffelter Fassade und begrünten Terrassenbändern zwischen den Geschossen.
Ansicht Süd, Zukunftszentrum für Deutsche Einheit
Ansicht von Osten zeigt ein gestaffeltes Gebäude mit begrünten, schräg verlaufenden Fassadenbändern zwischen den Geschossen.
Ansicht Ost, Zukunftszentrum Deutsche Einheit

Klimagerechte Architektur und Kreislauffähigkeit

Der kompakte Solitär wird ressourcenschonend aus natürlichen und teils wiederverwendeten Baumaterialien konstruiert, mit reversiblen Verbindungen und rezyklierbar. Als Holzskelettbau ist er so konzipiert, dass er sich an neue Nutzungsanforderungen anpassen, umbauen und ergänzen lässt. Die Verbindung von Decken-, Balken- und Stützenelementen erfolgt im Steckkastenprinzip, wodurch Stahlverbindungsmittel reduziert werden und ein späterer Rückbau mit geringem Aufwand möglich ist. Auf ein Untergeschoss und primärenergie-intensive Dämmung unterhalb der Bodenplatte wird verzichtet.

Landschaftsarchitektonisches Konzept

Der Freiraum um das Zukunftszentrum hat eine ovale Struktur, die die Innenstadt mit dem Park verbindet und den Dialog zwischen Gebäude und Aussenflächen fördert. Der Platz der Transformation stärkt die Adresse des Hauses als lebendigen, sich anpassenden Ort. Das Regenwassermanagement sammelt Niederschläge aus Wege- und Dachflächen in Gräben, die als Wetlands mikroklimatisch wirken. Überschüssiges Wasser wird in Retentionsbecken aufgenommen; Ziel ist es, Regenwasser möglichst lange auf dem Grundstück zu halten und den Pflanzungen zur Verfügung zu stellen.

Grundriss des Erdgeschosses mit ovaler Gebäudeform, umgeben von einer ellipsenförmigen Grünfläche mit einzelnen Bäumen.
Grundriss EG, Zukunftszentrum für Deutsche Einheit
Grundriss des ersten Obergeschosses mit großem Veranstaltungssaal, Restaurant und Luftraum über dem Depot.
Grundriss 1. OG
Grundriss des zweiten Obergeschosses mit Dauerausstellung, Campus Zukunftszentrum, Café und Luftraum über dem großen Saal.
Grundriss 2. Obergeschoss, Zukunftszentrum Deutsche Einheit
Grundriss des dritten Obergeschosses mit Dauer- und Wechselausstellung, Kinderbereich und Zukunftszentrum-Campus.
Grundriss 3. OG – Zukunftszentrum
Grundriss des vierten Obergeschosses mit Archiv der Transformation, Lecture Hall und Luftraum zur Wechselausstellung.
Grundriss 4.OG – Zukunftszentrum für Deutsche Einheit
Grundriss des fünften Obergeschosses mit Lufträumen über Archiv, Campus-Bereich und Lecture Hall sowie Medienzentrum und Studio.
Grundriss 5. OG – Zukunftszentrum
Grundriss des sechsten Obergeschosses mit Großraumbüros, Café/Bar und einer öffentlichen Dachterrasse.
Grundriss 6. OG
Grundriss des siebten Obergeschosses zeigt Büroräume um ein zentrales Großraumbüro mit begrünter Innenfläche.
Grundriss 7. Obergeschoss – Zukunftszentrum
Grundriss des 8. Obergeschosses mit zwei begrünten Innenhöfen und umlaufenden Raumzonen unterschiedlicher Größe.
Grundriss 8.OG

Funktionalität und innere Erschliessung

Das Herzstück des Gebäudes bildet der Campus, um den sich alle Funktionsbereiche anordnen. Grossflächige Räume sind für eine einfache Tragwerksausbildung übereinander angeordnet, thematisch zusammenhängende Bereiche liegen horizontal geschichtet über jeweils ein bis zwei Geschosse verteilt. Im Zentrum verbindet eine natürlich belichtete Treppenanlage als Treffpunkt und Bühne die Geschosse und unterstützt als Kommunikationslandschaft den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern.

Querschnitt durch das Zukunftszentrum zeigt mehrere Geschosse mit Nutzungen wie Café, Bibliothek und Ausstellungsräumen im Landschaftsprofil.
Schnitt quer, Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation
Längsschnitt zeigt ein langgestrecktes Gebäude mit begrüntem Dach entlang einer Straße, rechts ein mehrgeschossiger
Schnitt längs – Zukunftszentrum für Deutsche Einheit

Tragwerk und Energiekonzept

Der Baukörper folgt dem Low-Tech-Prinzip mit robusten, wartungsarmen Lösungen. Vier innere Kernelemente strukturieren den Skelettbau und tragen das Bauwerk, während Fassaden im Holzbauraster den vertikalen Lastabtrag ergänzen. Vorgefertigte Holzbetonverbunddecken mit bis zu knapp 14 Metern Spannweite ermöglichen hohe Nutzungsflexibilität. Die Dachfläche ist als solares Klimadach mit PV-Modulen geplant, Decken dienen als Speichermasse für natürliche Nachtauskühlung, kombiniert mit mechanischer und natürlicher Belüftung für geringen Energieverbrauch.